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Wein

„Alles andere wäre hirnrissig“: Blankenhorn lanciert „low-alcohol“-Gutedel

von Anna Ulrich
Martin Männer

Die Zeiten, in denen man sagen konnte: „Gutedel aus Baden hat ungefähr einen so guten Ruf wie Tomaten aus Holland“ sind vorbei. Schon seit Jahren lassen Weingüter aus dem Markgräflerland die traditionelle Rebsorte wieder hochleben und werden von Weinkritiker:innen im In- und Ausland dafür gefeiert. So wie das Weingut Blankenhorn aus Schliengen, das im Juni einen alkoholreduzierten Gutedel auf den Markt bringt.

Es ist der fünfte Gutedel im Blankenhorn-Sortiment, das vom fruchtigen Gutswein bis hin zum komplexen, im Holzfass ausgebauten Chasselas-Wein reicht. Begonnen hat die Gutedel-Leidenschaft von Martin Männer nämlich gar nicht in Baden sondern bei einem Abendessen in der Schweiz. Ein Dinner begleitet von gereiften Chasselas-Weinen, wie die Rebsorte in der Schweiz genannt wird, hat ihn überrascht und seinen Ehrgeiz geweckt. „Ich hatte vor, die Sorte aus unseren Weinbergen zu verbannen. Aber dieser Abend hat mich umgestimmt“, resümiert Martin Männer. Die Weinberge wurden im Ertrag bewusst reduziert, sodass terroirbetonte Trauben wachsen konnten.

© Janosch Ruf

„Die Anfragen nach einem alkoholreduzierten Wein kamen gerade aus den skandinavischen Ländern und auch im Inland von jungen Weintrinker:innen immer häufiger. Es war mir besonders wichtig, einen natürlich alkoholreduzierten Wein zu machen. Alles andere wäre für mich hirnrissig. Wir haben mit Gutedel eine Rebsorte, die das alles von Natur aus mitbringt, wenn man im Weinberg an den richtigen Stellschrauben dreht“

So entstanden sind fünf Weine, die – jeder für sich – eine beeindruckende Gutedel-Geschichte erzählen:

  • 2025 Gutedel VDP.GUTSWEIN trocken (10,50 €)
    Dieser Gutedel mit nur 9 % vol steht für modernen, unkomplizierten Weingenuss. In der Nase präsentiert er sich sehr aromatisch, fruchtbetont mit feinen floralen Nuancen. Am Gaumen überzeugt er mit einer überraschend guten Struktur und zartem Schmelz. Ein harmonisch abgerundeter Wein, dem es an nichts fehlt.

  • 2024 Markgräfler Gutedel VDP.GUTSWEIN trocken (10,50 €)
    Gutedel auf den Punkt gebracht! Floral in der Nase mit grünen Reflexen, ruhig und cremig weich mit einer feinen Süße bringt der Gutedel Gutswein mit leisen Tönen aber langem Nachhall die typischen Gutedel-Eigenschaften zum Leuchten.

  • 2024 SCHLIENGEN CHASSELAS VDP.ORTSWEIN (13,50 €)
    Spontagärung im großen Holz, bis zu 10 Monate Hefelager. Saftig mit feiner Würze und belebender Frische, dezente Säure und zugleich sehr erfrischend, gleitet er über die Zunge. Sein hefiger Schmelz animiert im Nachhall.

  • 2022 Schliengener Kirchberg Chasselas «Le Clocher» VDP.ERSTE LAGE® trocken (22,50 €)
    Reif und voll, aber gleichzeitig schlank und prickelnd – das muss kein Widerspruch sein. Der Gutedel wuchs auf einem Plateau direkt hinter der Kirche der Gemeinde Schliengen, deren Turm als Namensgeber für den Gutedel nach schweizer Vorbild dient. Ausgebaut im großen Holzfass präsentiert sich der Wein in der Nase mit voller und reifer Frucht, tänzelt dann aber leichtfüßig über den Gaumen und ist im Abgang weich wie Seide. Ein anspruchsvoller Wein mit Ecken und Kanten.

  • 2021 Schliengen Chasselas «Courage» VDP.ORTSWEIN Réserve du Patron trocken (30 €)
    Gleiche Trauben, anderes Fass. Die Weinberge trennt nur ein Feldweg, aber die Trauben des COURAGE wurde im Halbstückfass ausgebaut. Der Mut (frz. courage) hat sich gelohnt, denn im Glas entfaltet der Chasselas seine feine den Gaumen umschmeichelnde Frucht. Dieser goldgelbe Chasselas zeigt viel Schmelz, einen langen Abgang und ist ganz zu Recht der Liebling von Martin Männer.

Weinkeller Blankenhorn
© Medienagenten

Eine lange Geschichte

Die Rebsorte Gutedel ist eine der ältesten, wenn nicht die älteste Kulturrebsorte der Welt. Daher überrascht es nicht, dass die eigentliche Herkunft ungeklärt ist. Es wird vermutet, dass sie schon vor 5.000 Jahren in Ägypten angebaut wurde und dann mit den Römern nach Europa kam. Andere verweisen auf ihren Ursprung in Palästina, im Nahen Osten oder in Frankreich und Spanien. Die Schweizer Weinfachwelt glaubt ihren Usprung gar in der Westschweiz, wo „Fendant“ bereits lange vor dem 16. Jahrhundert in klöstlerlichen Urkunden zu finden ist.

Da die gleiche Rebsorte über so viele Länder verbreitet angebaut wird, trägt sie auch unterschiedliche Namen. Der herkömmlichste ist der französische Name Chasselas. Ein weiteres Synonyme für diese Rebe ist unter anderem Fendant in Teilen der Schweiz und eben der in Deutschland gebräuchliche Name Gutedel.

Die Traube ist süß und saftig und aufgrund ihrer festen, dünnen Haut auch eine beliebte Tafeltraube. Sie ist relativ säurearm und liefert daher einen angenehmen Trinkwein, der trotzdem deutlich sein Terroir widerspiegelt. Um anspruchsvolle Qualitäten zu erzielen, benötigt die Reben einen möglichst nahrhaften Boden sowie viel Sonnenlicht. War Gutedel früher in Deutschland weit verbreitet, findet man sie gerade deshalb heute fast nur noch im wärmsten der deutschen Anbaugebiete, im Markräflerland in Baden.

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Weingut Blankenhorn

„Der ist doch verrückt“. Diesen Satz dürfte Martin Männer wohl zur Genüge gehört haben, seit er 2014 das Weingut Blankenhorn im badischen Markgräflerland übernommen hat. Der Kaiserstühler stammt weder aus einer alteingesessenen Winzerfamilie, noch ist er ausgebildeter Winzer. Er ist der Quereinsteiger par excellence: Wein war für ihn lange Zeit Leidenschaft und Hobby zugleich. Was ihn dennoch zu diesem großen Schritt antrieb, war eine tiefe Begeisterung für Wein, eine große Vision und mit Sicherheit auch ein kleine Portion Verrücktheit.

Martin Männer
Projektmanagerin Anna Ulrich
Anna Ulrich
Projektmanagerin

Wein liegt ihr im Blut: Aufgewachsen auf einem Weingut in der Pfalz, bringt sie ein tiefes Verständnis für Reben, Terroir und Genuss mit. Die diplomierte Weinakademikerin kombiniert ihre fachliche Expertise mit ihrer langjährigen Erfahrung als PR-Managerin. Sie arbeitet eng mit internationalen Weinmedien zusammen und erzählt die Geschichten ihrer Kunden – etwa für das Elsass oder trinkreif – mit Leidenschaft und einer klaren Handschrift. Mit ihren Kids und dem Segelschein in der Tasche träumt sie davon, eines Tages in die weite Welt hinauszusegeln.