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Die Crème de la Crème am Ball der Bälle

von Peter Wagentristl
Volle Tanzfläche am Opernball

Der Wiener Opernball ist nicht nur der glamouröse Höhepunkt der Ballsaison, sondern er soll auch kulturell und kulinarisch top sein. Schließlich kommen die Gäste in dieser Nacht aus der ganzen Welt in die Wiener Staatsoper. Eine großartige Chance, das Beste des Landes zu präsentieren. Wir haben bei Weingütern und Star-Köchen nachgefragt, was sie am 12. Februar servieren werden.

Für die Neu-Aufstellung des Opernballs als „Best of Austria" ist seit Kurzem ein dreiköpfiges Komitee verantwortlich: Susanne Athanasiadis, Marketingchefin der Staatsoper, die Eventmanagerin Maryam Yeganehfar und Birgit Reitbauer, Chefin des Drei-Sterne-Restaurants Steirereck. Gemeinsam mit Staatsopern-Direktor Bogdan Roščić modernisieren sie den geschichtsträchtigen Ball und führen ihn in eine ganz neue Wahrnehmung.

Susanne Athanasiadis, Maryam Yeganehfar, Bogdan Roščić und Birgit Reitbauer
© Katharina Schiffl

Unbestritten ist, dass Birgit Reitbauer das gastronomische Konzept des Opernballs auf ein noch nie da gewesenes Qualitätsniveau gehoben hat. Die Gäste sollen Österreich von seinen köstlichsten Seiten kennenlernen. Dafür holt die dynamische Vordenkerin jedes Jahr neue Top-Winzer:innen und Spitzenköch:innen in die Staatsoper. Ihre Philosophie: Nur das Beste vom Besten, um die Gäste jedes Jahr aufs Neue zu überraschen.

Die ausgewählten Best-of-Austria-Weine werden in den Logen serviert und sind an der prächtigen Weinbar im Schwindfoyer erhältlich.

Auf den Tellern

Neben den klassischen Ballgerichten von Gerstner, Ströck und dem Schwarzen Kameel werden auch diesem Jahr Steirereck & Friends für die Gourmets unter den Ballgästen im 1. Souterrain aufkochen. Heinz Reitbauer hat mit den beiden befreundeten Chefs Thomas Dorfer (Landhaus Bacher, Mautern, NÖ) sowie Josef Floh (Gastwirtschaft Floh, Langenlebarn, NÖ) – beide sind Mitglied der Vereinigung JRE (Jeunes Restaurateurs Europe) spannende und witzige Gerichte für die Ballnacht entworfen, die sie Seite an Seite zubereiten werden.

In den Gläsern

Weingut Kerschbaum Opernball Weine
© Wine+Partners / Klara Cech

Wie gemacht für die Staatsoper

Jedes Jahr verfolgen Michael und Stephanie Kerschbaum den Wiener Opernball. Im Fernsehen. Heuer debütieren sie als Ballgäste, und sind erstmals live in der Staatsoper dabei. Das junge Paar freut sich schon sehr darauf und hat für den großen Auftritt zwei Cuvées ausgewählt.

Es sind zwei Rotweine aus dem Mittelburgenland, die schon von ihrer Namensgebung perfekt in die Staatsoper passen, die das Weingut Kerschbaum zum Opernball bringen wird.

Der Impresario ist eine Cuvée aus Blaufränkisch, Cabernet Sauvignon und Merlot. Gewachsen ist er im Mittelburgenland, erzogen wurde er mit französischem Akzent, in seinem Auftritt ist er klassisch, elegant, mondän.

Die Cuvée Opera hingegen, aus 60% Blaufränkisch und 40% Merlot, mit wilden Hefen vergoren und in neuen 500 Liter Eichenfässern vergoren, ist unwiderstehlich in ihrem jugendlichen, ungezähmten Charme.

Ein spannendes Duo, das die Spannbreite des mittelburgenländischen Ausdrucks vermittelt.

Opernball Bernhard Ott
© Weingut Ott

Der Meister des Grünen Veltliners

Grüner Veltliner gehört zu Österreich wie das Wiener Schnitzel – oder der Wiener Opernball. Kaum jemand könnte die rot-weiß-rote Leitsorte besser repräsentieren als Mr. Grüner Veltliner: Bernhard Ott

Meisterlich schafft es der biodynamische Winzer vom Wagram, traditionsbewusste Weinkenner:innen zu begeistern und gleichzeitig junge, moderne Zielgruppen anzusprechen.

Bernhard Otts Grüner Veltliner aus der Ried Rosenberg (100 Punkte bei A la carte) verkörpert geradezu prototypisch jene Stilistik, die man international mit österreichischem Weißwein assoziiert. Deshalb passt er auch so optimal zum Opernball, wo am Tanzparkett wie auch an der Weinbar historische Eleganz und modebewusstes Auftreten Hand in Hand gehen.

An den Bars wird zudem sein Statement-Wein Der Ott® ausgeschenkt: „Ganz wir, ganz ich. Pur und ungestüm“, beschreibt der Winzer jenen Wein, für den er selbst als Namenspatron einsteht.

Thomas Dorfer Landhaus Bacher
© JRE

Kärntner Lokalkolorit am Teller

Thomas Dorfer, kürzlich mit fünf Hauben bei Gault&Millau ausgezeichnet, ist einer der strahlendsten Köche des Landes. Der gebürtige Kärntner hat sich respektvoll in die Küche seiner Schwiegermutter Lisl Wagner-Bacher eingekocht, und das Landhaus Bacher in den vergangenen Jahren in die höchste Liga geführt.

Für den Opernball hat Dorfer ein Gericht entworfen, das seiner Heimat ebenso Tribut zollt wie dem Opernambiente: Imperiale Kärntner Nudeln – mit brauner Butter, Perigord Trüffeln und gepickeltem Rahmbummerlsalat. Klingt nach einem Must Try!

Alternativ gibt es beim Fünf-Hauben-Koch Mariniertes Wintergemüse mit einer Tapenade von Dörrfrüchten und Nüssen und dazu Petersilienmarinade.

Thomas Podsednik mit dem Wiener Gemischten Satz DAC vom Weingut Mayer am Pfarrplatz.
© Mayer am Pfarrplatz

Wiener Gemischter Satz DAC, reines Vergnügen

In Wien dreht sich alles um den Wiener Gemischten Satz DAC. Ein Meister dieser Kunstform ist das Weingut Mayer am Pfarrplatz. Der Wiener Gemischte Satz DAC vom Nussberg gilt nicht umsonst als einer der bekanntesten. Die Distanz von der Anhöhe im Nordosten Wiens, wo die Trauben für diesen Wein wachsen, bis zur Wiener Staatsoper an der Ringstraße beträgt übrigens nur knapp fünf Kilometer Luftlinie. Wie großartig, dass die Hauptstadt so prächtige Weinberge hat!

Für den traditionsreichen Wiener Gemischten Satz DAC wachsen verschiedene Sorten in der selben Rebzeile, sie werden gemeinsam geerntet und vinifiziert. Die Sortenvielfalt sorgt für komplexe Aromen und für Weine, die so vielschichtig sind wie die Hauptstadt der ehemaligen Donaumonarchie.

Bei Mayers Wiener Gemischter Satz DAC geben Grüner Veltliner und Riesling den Ton an. Gepaart mit den altösterreichischen Rebsorten Rotgipfler und Zierfandler ergibt das einen harmonischen, aromatischen Weißwein, den man eine ganze Ballnacht lang trinken kann.

Andreas Sattler vom Sattlerhof
© Sattlerhof

Die steirische Weinstraße führt nach Wien

Der Sattlerhof hält beim prunkvollen Ballabend die grün-weiße Fahne hoch. Frisch und fruchtig, wie man es von einem steirischen Wein erwartet, animiert der Sauvignon Blanc Gamlitz zum Trinken und Tanzen. Mit knackiger Säure und belebender Aromatik hebt dieser Gamlitzer Ortswein die Laune der Ballgäste.

Die Senior-Chefs Willi und Maria Sattler reisen mit ihrem „Herzstück“ zum Opernball an. Dass der Sauvignon Blanc nicht nur als Single begeistert, sondern auch ein ziemlich charmanter Begleiter zu vielen Speisen ist, wird man in der Staatsoper testen können. Und zwar nicht nur zur den legendären Sacher Würsteln.

Der Sauvignon Blanc Gamlitz wächst auf kristallinem Quarzgestein auf einem prähistorischen Korallenriff. In seinen Weinen verleiht das Weingut Sattlerhof diesem Terroir wie auch der Rebsorte gleichermaßen Ausdruck: kühl, lebendig und komplex – die köstlichste Seite der Steiermark.

Im Keller des Weinguts Hirtzberger trifft Tradition auf Moderne.
© Julius Hirtzberger

Wachauer Riesling – absolute Weltklasse

Für viele hat die Wachau eine Sonderstellung unter den heimischen Weinbaugebieten. Die steilen Hänge an der Donau zwischen Melk und Krems sind pittoresk und eindrucksvoll. Das Mikroklima zwischen den pannonischen Strömungen im Donautal und den kühlen Fallwinden aus dem Waldviertel sorgt für Weine, die von Reife und Vollmundigkeit, andererseits auch von kühlen Aromen geprägt sind. Das Weingut Hirtzberger steht seit Jahrzehnten aus Aushängeschild für die Wachau und für Österreich – und in diesem Jahr auch beim Opernball.

Für den Riesling STEINTERRASSEN Federspiel, einen „Grenzgänger zwischen Leichtigkeit und Tiefe“ bewirtschaftet die Familie Hirtzberger verschiedene Terrassenweingärten rund im Spitz. Der HOCHRAIN Riesling Smaragd kommt von der gleichnamigen Lage und ist noch komplexer.

Das traditionsreiche Weingut Hirtzberger wird seit 2020 von Franz Hirtzberger jun. geführt.

Josef Floh von der Gastwirtschaft Floh
© Gastwirtschaft Floh

Drei Hauben und ein Hut

Josef Floh ist ein Original. Der sympathische Querdenker ist mehr als konsequent in seinem Streben nach Regionalität. Der radikal nachhaltige Spitzenkoch zieht sein Ding durch: Das JRE-Mitglied weigert sich, in Großmärkten einzukaufen und verzichtet unter dem Motto „Radius 66” auf Produkte, die weit anreisen müssten.

Der „Koch mit drei Hauben und einem Hut“ entführt die Ballgäste von der Staatsoper auf den höchsten Berg Afrikas. Zumindest fast. Denn beim Opernball tischt Floh Krautrouladen mit „Chilimanscharo“ auf – so der Titel seiner selbstkreierten Chilipaste. Denn was Deftiges braucht man in einer Ballnacht allemal. Wer es weniger scharf mag, kann bei Floh eingelegten Königsspargel mit geflämmtem Fisch und Safran genießen.

Schloss Gobelsburg
© Moosbrugger

Sprudelnde Eleganz von Schloss Gobelsburg

Zu einer rauschenden Ballnacht gehören viele, viele Flaschen Schaumwein. Die Korken knallen, man füllt Gläser, stößt an, freut sich des Lebens. So muss es sein! So soll es sein! Birgit Reitbauer hat dafür einen der bedeutendsten Sektproduzenten auf den Opernball geholt: Schloss Gobelsburg.

Das Kamptaler Weingut, das vor ein paar Jahren 850 Jahre klösterlicher Weinbaugeschichte gedachte, vinifiziert ausschließlich nach der „Méthode Traditionelle“. Diese von einem berühmten Mönch in der Champagne entwickelte traditionelle Flaschengärung erfordert Expertise, Erfahrung und viel sorgfältige Handarbeit. Der Lohn dafür sind feinste Schaumweine auf Weltspitzenniveau.

In den Logen und an den Bars in der Wiener Staatsoper werden die Sekte Brut Reserve, Blanc de Blanc und Brut Rosé ausgeschenkt, denen viel Zeit und Sorgfalt für die besondere Ballnacht zugestanden wurden. Zehn bis zwölf Monate werden die Grundweine in den kühlen Kellern gereift bevor sie für die zweite Gärung in Flaschen gefüllt werden. Dort liegen sie weitere drei Jahre auf der Hefe, ehe sie händisch abgerüttelt und degorgiert werden.

Der Sekt aus der österreichischen Schaumwein-Metropole Langenlois bringt alles mit, was ein hocheleganter Schaumwein im extravaganten Ambiente des Opernballs bieten muss: Cremigkeit dank langer Reifezeit auf der Hefe, feinperliges Mousseux und animierende Frische.

Heinz und Birgit Reitbauer vom Steirereck
© Steirereck

Auch das Hausschwein trägt Ballkleid

Während die Society-Presse darauf wartet, wer mit dem extravagantesten Kleid zum Opernball erscheint, steht schon im Vorfeld fest, wer das Essen mit dem ausgefallensten Namen serviert: Platz eins geht klar an „Hausschwein im Ballkleid“ von Platzhirsch Steirereck. Heinz Reitbauer schneidert dabei aus rotem Paprika eine festliche Robe für sein Schweinegericht. Nicht nur köstlich, sondern auch ein echter Hingucker.

Das Steirereck-Team verwöhnt hungrige Tänzer und Tänzerinnen außerdem mit „Bittersüßem Luxus“: verschiedene Bittersalate mit Kerbelwurzel, Wintertrüffel und Waldmeister. Passt zur Jahreszeit und unterstütz Leber und Galle – ganz sicher kein Fehler während der Ballnacht.

Am Opernball wird Ottakringer getrunken
© Ottakringer

Ein Bierchen geht immer noch

Inmitten von Glamour und Blitzlichtgewitter dürstet vielen Gästen nach einem kühlen Blonden. Logisch, dass der Opernball hier mit der letzten großen Wiener Privatbrauerei zusammenarbeitet. Wie der Ball ist auch Ottakringer ein Wiener Kulturgut und lebt Brautradition seit 1837. Höchste Ansprüche, dabei aber mit beiden Füßen am Boden bleiben – so versteht Ottakringer die hohe Kunst des Bierbrauens.

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