Im Zentrum der illyrischen Klimazone: Die Wetter-Weine von Reinhard Muster
Die sechs charismatischen Weine der Serie ILLYR verdanken ihren klingenden Namen dem, richtig, illyrischen Klima in dem sie reifen durften.
Jenes Klima, das, zwischen mediterranem, alpinen- und pannonischem Klima, in der Süd- und Weststeiermark das Wettergeschehen bestimmt.
Reinhard Muster hat Rebsortenweine vinifiziert, die, in eben genau diesem Klima, ihre individuellen Spezifika interessant entwickeln und aufhorchen lassen. Das Ergebnis dieses Ansatzes sind sechs wunderbare Individualisten: die Weinserie ILLYR.
„Und was ist mit dem Boden“, ist die logische nächste Frage. „Ja, der Boden ist enorm wichtig“, bestätigt der Winzer. In der Steiermark liegen unterschiedlichste Steinformationen, wie zum Beispiel eine kalkhaltige Sandbank und ein speckiger Lehmboden, nah‘ bei einander und bringen unterschiedlichste Bodencharakteristik in den Wein. „Doch der Boden ist seit Millionen von Jahren gleich. Den feinen Unterschied macht das Wetter“, ist der Winzer überzeugt.
Diese Einsicht kommt nicht von ungefähr. Dreiundzwanzig Jahrgänge hat der erfahrene Winzer bereits in den Keller gebracht. Vor rund zwölf Jahren hat sich etwas Wesentliches ereignet und Reinhards Art Wein zu verstehen, sich damit grundlegend verändert.
Reinhard Muster begann damals die Ausbildung zum Piloten. Seither flog er unzählige Male kreuz und quer über seine Heimat und ihre Weinberge. Dabei realisierte der Winzer-Pilot, - dass sich sein Weingut im Zentrum der illyrischen Klimazone befindet. Und schon war die Idee Wetter-Weine zu produzieren geboren.
Temperamentvoll - das illyrische Wetter
Das illyrische Klima herrscht in Slowenien und im Südosten von Österreich. Es ist das Übergangsklima zwischen mediterranem, alpinem- und pannonischem Klima. Dementsprechend quirlig, fast ungestüm ist das Wetter - man denke nur an die berühmt-berüchtigten Bora-Winde. Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind markant, Gewitter und Niederschläge häufig, und auch Hagel keine Seltenheit. Trotzdem, geschützt durch die Alpenbarriere, weist die Region, in der Reinhard Musters Weingut liegt, eine sehr hohe Anzahl an Sonnenstunden und ein Sommermittel von über 20 °C auf. In den Wintern ist es kühl und in den Ebenen nebelig, während auf über 350 Meter Seehöhe gleichzeitig die Sonne scheint.
Das Zentrum liegt zwischen Koralpe und der Mur
Das Zentrum der illyrischen Klimazone ist kleinräumig, nur rund 50 km2 groß. Begrenzt wird es im Norden von den Alpen, im Westen durch die Koralpe, im Osten durch die Mur und im Süden lediglich durch die, von Menschen gezogene, Bundesgrenze zu Slowenien. Eine klimatische Grenze zwischen den Weinbaugebieten Südsteiermark und Weststeiermark sieht Reinhard Muster von oben nicht. Für den Winzer ist klar, die Weinbauorte Stainz in der Weststeiermark und Gamlitz in der Südsteiermark, liegen in derselben Klimazone.
Die ILLYR-Serie – 6 beeindruckende Wetter-Weine
Im turbulenten Zentrum der illyrischen Klimazone zeigen sich die unterschiedlichen Persönlichkeiten der Rebsorten besonders eindrücklich.
Chardonnay 2020
Treibstoff. Ein Glas von diesem Wein und man ist wieder voller Energie. Leichtfüßig, saftig und doch sehr präzise und klar eröffnet er die Serie Illyr für den Verkoster.
€ 12,95 im Online Shop und ab Hof
Weißburgunder 2020
Stille. Ein Gentleman-Wein. In sich ruhend und elegant, charmant und zurückhaltend – doch stille Wasser sind bekanntlich tief…
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Gelber Muskateller 2021
Strahlkraft. Die pure Freude. Mit etwas Restzucker tanzt der Wein saftig und knackig über den Gaumen. Der italienische Weinkritiker Luca Maroni erwies dem Wein mit 99 Punkten höchst Ehre und schrieb euphorisch: „This is simply the best white wine in the world that my senses have met and that made my nostrils fall in love“.
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Sauvignon Blanc 2021
Illyrisch. Wie die schillernden Schwanzfedern des Hahns kann sich Sauvignon Blanc in diesem Gebiet in unterschiedlichsten Facetten zeigen. Gleich wie eine wetterfühlige Diva gebärdet sich die Rebsorte Jahr für Jahr und zeigt dabei raffinierte Extravaganzen die faszinieren. Typisch.
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Grauburgunder 2020
Handwerk. Die Ziege am Etikett steht für Ästhetik. Mit seiner ehrlichen, schnörkellosen und geselligen Art zeigt sich dieser Grauburgunder stets von seiner schönsten Seite.
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Pulse-Rosé 2021
Pulse. Bei diesem Wein schlägt der Puls des Winzers schneller. Erstmals vinifiziert: Blauer Wildbacher aus der Weststeiermark, unterstützt von Merlot und Zweigelt. Ein starker Rosé, der ohne zu zögern seinen fixen Platz im Sortiment eingenommen hat.
€ 17 im Online Shop und ab Hof
Zum Online Shop: Reverenz/Illyr
Das Wetter 2020
2020 war ein Schaltjahr, ein rundes Jahr und ein 10er-Jahr – historisch betrachtet, war die Wetterkatastrophe vorprogrammiert. Zum Glück kam es ganz anders. „Der Jahrgang entpuppte sich als der qualitativ spannendste, den ich je vinifizieren durfte“, schwärmt Reinhard Muster.
Der Austrieb im Frühling startete explosionsartig und mündete in einen heißen Sommer mit vereinzelten Unwettern. Anfangt September kam der Herbst mit großen Schritten – und auf der Koralpe lag bereits Schnee! Luftlinie ist die Koralpe rund 50 km von den Weingärten entfernt und ihr Einfluss, besonders bei Schneelage, ist enorm. Es entsteht ein Mischklima. Kalte Luft strömt von der Koralpe herunter und bleibt in den Tälern stehen. Am Fuße der Weinberge entstehen Kälteseen. Einer der kältesten Punkte der Südsteiermark liegt am Fuße des Weingutes Muster.gamlitz, das auf 350 Meter Seehöhe liegt. Bis zum oberen Drittel der Weinberge herrscht dichter Nebel, darüber strahlender Sonnenschein. An der Wetterscheide mitten im Weinberg sind die Reben besonders gefordert, sie kämpfen mit drastisch wechselnden Temperaturen und Feuchtigkeit in den Nebelstunden. Die Trauben waren dadurch leicht im Alkohol und zurückhaltend in der Reife, doch voller Frische und Spannung.
Das Wetter 2021
„Fast angeberisch schön war das Wetter da“, erzählt der Winzer. 2021 stellt tatsächlich alles in den Schatten, was der Steirische Weinbau an Wetter bisher erleben durfte. Der Frühling startete kühl aber ohne Frost, sodass der Austrieb in aller Ruhe stattfinden konnte. Zur Blüte herrschte zwar regnerisches Wetter, doch die dadurch herbeigeführte Verrieselung war ein kühlender Glücksfall für den extremen Sommer. Es herrschten Rekordtemperaturen bis über 38 °C, schroffe Unwetter peitschten über die Weinberge. Die Hagelflieger querten ständig den Himmel – es fiel kein einziges Hagelkorn. Das Wachstum im Sommer war dementsprechend temperamentvoll. Der Herbst war für die Steiermark ungewöhnlich strahlend und schön, die Nächte trotzdem kühl und die Trauben wunderbar reif und aromatisch.
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